Hallo,
Nachdem unser 1,6 Saugdiesel im 32B Variant Bj. 1986 nach rund 560 tausend Kilometern einen Pleuellagerschaden erlitten und wir einen optisch gut erhaltenen Saugdiesel aus einem Golf 2 gefunden hatten, kam in der vergangenen Woche die Überraschung beim Umbau einiger Teile. Da hier wirkliche Experten mitlesen brauche ich jetzt sicher nicht alles aufzuzählen. Merkwürdigerweise hat der Golf Motor zwischen Schwungrad und Motorblock nicht diese dünne Metallplatte, wie sie der ausgebaute Motor hat. Diese dünne Metallplatte haben auch alle Ford Motoren bei unseren Taunus. Keine Ahnung was die da soll? Distanzstück? Warum hat die der Golf Motor nicht? Nun gut. Schön das bei dem Golf Motor anstatt der Inbusschrauben an der Kupplungsdruckplatte normale Sechskantschrauben sind, die man vernünftig mit einem Drehmomentschlüssel anziehen kann. Nach der Montage einer neuen 190 mm Mitnehmerscheibe, die übrigens weder über VW noch über Classic Parts lieferbar war, wurde der Ansaugkrümmer mitsamt Luftfiltergehäuse, die Lima-Halterung sowie die Motorstütze mitsamt Kupplungszughalterung getauscht. Auch der Zahnriemen wurde gleich erneuert. Hier kam es zur Hauptüberraschung. Das Zahnriemenrad auf der Kurbelwelle hat einen Bund der teilweise ausgebrochen ist. Ebenso das große Riemenleitrad, dass die Ölpumpe antreibt? Na gut, dachten wir uns, den Kurbelwellensimmering wollen wir sowieso tauschen und dazu muss das Zahnriemenrad runter. Dann bauen wir das Zahnriemenrad von dem Passat Motor ab und dann an den anderen Motor dran.....
](./images/smilies/wall.gif)
Abgesehen davon das die Schraube bei beiden Motoren bombig fest saß und nur der ausgeliehene Schlagschrauber einer Landmaschinenwerkstatt mit über 1300 Nm Lösekraft die Schrauben lösen konnte, war auch das Zahnriemenrad bei dem Golf Motor sehr fest auf der Kurbelwelle. Wir haben dann mit zwei Schrauben jeweils abwechselnd das Zahnriemenrad von der Welle abgedrückt. Uns wurde klar, warum der Bund teilweise weggebrochen war. Wo rohe Kräfte sinnlos walten, vermutlich beim Versuch die Räder mit einem Montierhebel abzuhebeln. Die Schraube der Zahnriemenleitrolle war auch sehr fest, aber die ging mit einem "normalen" Schlagschrauber raus. Mit einem Kunststoffhammer konnte diese dann abwechselnd von hinten geschlagen zur Aufgabe gezwungen werden. Das Zahnriemenrad vom Passat Motor fiel uns entgegen, als die Schraube raus war. Hier mußte nicht mit Schrauben abgedrückt werden. Zuerst fiel natürlich auf, dass dieses Zahnriemenrad keinen Bund hat. Da dachte wir noch, Bund hin oder her, hat ja beides funktioniert, also dürfte es nichts ausmachen an den Golf Motor dieses Rad ohne Bund zu montieren. Mit großem Erstaunen stellten wir dann fest, dass nicht nur die Zahnriemenräder unterschiedlich sind von der Montage und dem Kraftschluss an der Kurbelwelle sondern auch die Kurbelwellen Enden komplett unterschiedlich sind...

Wir haben dann erstmal den Deckel vom Motor geschraubt, indem der Simmerring sitzt. Warum da schon zwei Schrauben fehlten ist uns nicht bekannt. Hoffentlich passen die Schrauben vom Passat Motor, nicht das die da auch wieder andere für genommen haben.

Blöderweise drücken die Abdrückschrauben dabei genau auf den dünnen Aluminiumrand, in den der Simmerring sitzt. Die Verformung wurde dann mit dem Dremel wieder in Fason gebracht. Uns wurde nun langsam klar, warum das mal geändert wurde. Weil so ist es nicht sehr praktikabel, vor allem wenn man das Zahnriemenrad wieder montieren muss. Vorher erwärmen, Kurbelwelle mit Eisspray abkühlen und dann noch Alles in die richtige Flucht bringen, damit der Keil in der Kurbelwelle in die Nut des Riemenrades greift... Leute, nicht Euer Ernst?

OKay, wenn es drauf ist ist es drauf und da löst sich auch nichts mehr. Man könnte wohl auch ohne Schraube fahren. Das ist wohl der Vorteil.

Den neuen Simmerring haben wir dann von hinten eingebaut, weil ich mich nicht getraut habe den neuen Ring über die mit dem Dremel entgrateten Stellen zu wuchten. Vorher sicherheitshalber noch den Sitz vom Ring mit Hylomar Dichtmittel eingestrichen. Sicher ist sicher. So wurden dann auch der Ringträger entfettet und mit Dichtmittel versehen. Gleichfalls der Sitz auf der Ölwanne und am Motorblock. Und nun steh wir da und gucken blöd. Wo bekommen wir jetzt so ein Zahnriemenrad her das für diesen Motor paßt? Mein Vater meint wir könnten es so wieder einbauen weil der Motor so ja auch vorher noch gelaufen hat. Der abmontierte Zahnriemen hatte auf der einen Seite leichte(?) Abnutzungsspuren, aber wir wissen auch nicht wie viele km der gelaufen hat mit dem beschädigten Rad. Wie sehen das Andere? Das beschädigte Rad an den ausgebrochenen Stellen einfach entgraten? Oder in eine Schweißerei bringen die den Rand aufmodellieren und in Fason feilen? Oder den Rest vom Rand ebenfalls gewaltsam entfernen und quasie optisch auf die neuere Version bringen? Natürlich habe ich schon mal im Internet nach so einem Riemenrad mit Bund/Rand gesucht,aber nur die neuere Version gefunden, die auch gar nicht so teuer ist mit rund 18 Euro.
Wie machen wir es am besten falsch?...
Schöne Sch....
Passatgrüsse
Passatschrauber32B