Fahrzeugstudien, Prototypen, Forschungsfahrzeuge etc. auf Passat-Basis

[ GTI - IRVW II - Tetra - Touring - Electronic - Tecno II - Van ]

 

GTI Studie von 1977 auf Basis eines Nullserienfahrzeugs des Facelifts.
Motor: 1,6L mit 110 PS, wie beim späteren GLI.
Besonderheiten: Tieferlegung um 20 mm, Spoilersatz mit Kotflügelverbreiterungen, 5,5*13-Felgen, Sportsitze, geteilt umlegbare Rückbank, Sportlenkrad.

Vorstellung zur Hannover-Messe 1981.

Im Folgenden der Originaltext aus einer VW-Broschüre:

IRVW II Bild 2 Dieses integrierte Forschungs-Fahrzeug ist ein Konzept, das nicht nur optimiert ist für die Sicherheit oder die Umweltbelastung oder den Energieverbrauch, sondern eine ganze Reihe von Maßnahmen zusammenfaßt, um zukünftige Anforderungen auf diesen Gebieten gleichzeitig zu erfüllen. Anknüpfend an unsere bisherigen Konzeptfahrzeuge (ESVW I, ESVW II, IRVW I) wurde ein Fahrzeug definiert, das komfortabel, sicher, sparsam, schnell und umweltfreundlich ist. Die hierfür gewählte Bezeichnung "IRVW II" (Integrated Research Volkswagen II) verdeutlicht, daß es dabei um einen wohl ausgewogenen Kompromiß zwischen einander widerstrebenden Forderungen geht. So zeigt dieses Fahrzeug, daß es möglich ist, ein hohes Maß an Fahrzeugsicherheit bei geringem Kraftstoffverbrauch, geringen Abgas- und Geräuschemissionen sowie guten Fahrleistungen gleichzeitig zu verwirklichen. Die Einführung der dabei verwendeten Technologien in die Serie ist dann möglich, wenn der Kunde bereit ist, den Mehrpreis für den erhöhten Aufwand zu zahlen. Im folgenden sind die Arbeitsschwerpunkte und Ergebnisse des auf der Basis des neuen Passat erstellten Forschungsfahrzeuges dargestellt:

Strukturelle Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit.
An Prototypen des Entwicklungsprojektes wurden Strukturverstärkungen vorgenommen: so im Bereich der Längsträger, der Radhäuser und des Fußbodenbleches, der Stoßfängerbefestigung, des mittleren Fensterpfostens und in allen Türen; Sollknickstellen im Vorderachsträger sowie im Wasserkasten und eine beim Aufprall ausklinkende Lenkungsbefestigung dienen einem verbesserten Verformungs- bzw. Energieaufnahmeverhalten. Durch exakte Abstimmung der Fahrzeugstruktur mit einem aktiven Dreipunktgurt und Gurtvorspannung konnten für alle Testfälle die an Versuchspuppen gemessenen Insassenschutzkriterien erfüllt werden.

IRVW II Die aerodynamischen Maßnahmen.
Aus der Zusammenarbeit von Aerodynamikern und Stylisten entstand eine optisch gefällige Form der im wesentlichen durch die Serienentwicklung vorgegebenen Außenhaut. Geänderte Front- und Heckpartien zeigen Unterschiede zum neuen Passat und geben Anregungen für zukünftige Modellverbesserungen. Zahlreiche Optimierungen im Detail waren möglich, die insgesamt zu einem Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,33 führten.

Das Motorkonzept.
Der IRVW II hat einen 1,3 L-Motor, der unter Verwendung von Superbenzin, einer neuartigen Brennraumform und bei einem Kompressionsverhältnis von 13:1 sowie einer adaptiven Klopfgrenzenregelung und einer besonderen Benzineinspritzung eine Leistung von 55 kW erreicht. Der im Vergleich zu einem 1,6 L-Motor geringeren Elastizität und Beschleunigung steht ein niedrigerer Kraftstoffverbrauch gegenüber.

Das Getriebe.
Zur wirtschaftlichen Ausnutzung des vom Motor angebotenen Leistungspotentials kam ein 3+E-Getriebe zum Einsatz mit folgenden Übersetzungen: I1=3,45; I2=1,75; I3=1,03; I4=0,80 (Achsübersetzung I = 3,89).

Die Motormanagement-Maßnahmen.
Einen wesentlichen Anteil an dem Energie-Sparpotential des IRVW II haben die folgenden Motormanagement-Maßnahmen:

  • Sparmeister: Eine unterdruckbetätigte Drosselklappen-Steuerung zwingt den Fahrer, über die sich einstellende Motordrehzahl frühzeitig hochzuschalten, damit der Motor im verbrauchsgünstigen Betriebsbereich arbeitet.
  • Freilauf: Er schaltet sich automatisch durch eine unterdruckbetätigte Kupplung ein, wenn der Fuß vom Gaspedal genommen wird.
  • Stop/Start-Anlage: Sie stellt den betriebswarmen Motor ab, wenn der Gang herausgenommen oder der E-Gang eingelegt ist und gleichzeitig das Gaspedal nicht betätigt wird.

Alle diese Maßnahmen verbessern das Umweltverhalten und den Energieverbrauch:

  • Verbräuche nach DIN 70030:

    Stadt: 8,0 L/100 Km
    90 km/h: 5,3 L/100 Km
    120 km/h: 7,4 L/100 Km

  • Erhöhung der Sicherheit, Verbesserung des Insassenschutzes bis zu 40 Mph beziehungsweise 64 Km/h beim Frontalaufprall
  • Reduktion der Abgasemissionen.
    Das Motorkonzept konnte so ausgelegt werden, daß die zur Zeit diskutierten zukünftigen schärferen Abgasvorschriften für das Modelljahr 1983 erfüllt werden, d.h. CO < 67 g/Test; HC + NOx < 20,5 g/Test.
  • Reduktion der Geräuschemissionen.
    Durch die karosserieseitige Kapselung des Motors, des Getriebes sowie durch die verwendete Abgasanlage und die gewählte Getriebeabstufung wurde ein Außengeräusch von weniger als 75 db(A) erreicht.
    Dabei haben die unter Motormanagement aufgeführten Maßnahmen zusätzlich zu einer Reduktion des Außengeräusches beigetragen.
    Der Innengeräuschpegel diese Fahrzeuges liegt niedriger als bei vergleichbaren Fahrzeugen.

Für eine Übernahme in die Serie werden zwei Punkte von wesentlicher Bedeutung sein:

  • Die Forschungslösungen müssen zu einer technischen Reife entwickelt werden, die eine Großserienproduktion ermöglicht.
  • Eine rechtzeitige Amortisation muß für den Kunden (Relation Mehrkosten zu eingespartem Kraftstoff) erzielt werden.

Wer den IRVW II einmal Live erleben möchte, kann ihn im VW-Museum in Wolfsburg besichtigen!

 

Studie Tetra Vorstellung 1983. Studie mit Allradantrieb.

Ausstattung: siehe Passat Variant syncro von 1984.

 

Studie Touring Vorstellung 1983.

Ausstattung: siehe Passat Carat von 1984.

 

Passat Electronic Vorstellung 1983. zweitürige Studie, die klären soll, was von den technisch machbaren Elektronik-Features sinnvoll und von Nutzen und was nur "Spielerei" ist.

Besondere Features: Allradantrieb mit ABS, 2,2L Fünfzylinder Turbo-Motor mit 200 PS, Sportsitze mit Lordosenstütze und Gurtvorholer, elektrische Leuchtweitenregulierung, stufenloses Abblenden, Tempomat, beheizte Scheibenwaschdüsen, elektrische Fensterheber mit Sicherheitsautomatik, Navigationssystem, Funk-Zentralverriegelung, elektronische Temperaturregelung der Heizung, Service-Intervall-Anzeige, Hifi-Anlage mit automatischer Lautstärkeregelung und Bedientasten im Lenkrad, Car-Videoanlage mit Spielekonsole für Fondpassagiere.

Wer den Electronic einmal Live erleben möchte, kann ihn im VW-Museum in Wolfsburg besichtigen!

 

Santana Tecno II Vorstellung 1984 auf der Sao Paulo Motor Show.

Besondere Features: Allradantrieb, 1,8L 16V-Motor mit 139 PS (Prototyp-Motor aus Deutschland, in die Serie kam der 16V-Motor erst 1985 im Scirocco), rote Lederausstattung mit Recaro Sportsitzen, digitale Instrumente, Car-Videoanlage, aerodynamisch verkleidete Front, Seitenbeplankung.
Das Fahrzeug wurde nach der Messe von VW Brasilien verschrottet.

VanDer Van wurde 1989 von Ingenieuren von Shanghai Auto in Zusammenarbeit mit dem Shanghai Institute of Automobile and Traktor Engineering entwickelt.
Plattform und Motor kamen direkt vom Santana, die Karosserie war ein völlig neues Design.
Es war ein Konzeptfahrzeug für eine völlig neue Art von Fahrzeug für China und wurde gebaut, um den 40. Jahrestag der Volksrepublik China zu feiern.

Es war eine ernste Idee, da es auf dem chinesischen Markt noch keine Vans gab und Shanghai Auto herausfinden wollte, ob ein Van eine Möglichkeit wäre.
Joint-Venture-Partner Volkswagen hatte jedoch nichts mit dem Projekt zu tun und protestierte, weil Shanghai Auto es "Volkswagen" nannte und es mit Volkswagen Abzeichen ausstattete.
Der erste Name des Fahrzeugs war SVW7181, "SVW" für Shanghai Volkswagen. Nachdem Volkswagen protestierte, wurde dies in SH7181 geändert, "SH" für Shanghai.

Am Ende war es egal, weil der SH7181 es nie in die Produktion schaffte. Die Plattform erwies sich als zu schwach für einen Van und Volkswagen wollte ihn auch nicht bauen.
Interessanterweise bietet Volkswagen auch heute immer noch nicht einen Full-Size Van in China an, sondern nur den Touran.

Van2