diesen Sommer habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt und bin mit meinem Syncro in die Sahara nahe der tunesisch-algerischen Grenze gefahren.
Ich wollte einfach mal sehen, was da im Serienzustand so geht, ohne irgendwelche größeren Modifikationen vorzunehmen. Die kommen jetzt über den Winter, denn ich bin - wie man so schön sagt - "angefixt"

Ich habe mir einen einheimischen Führer samt Begleitfahrzeug organisiert, das macht die ganze Sache wesentlich entspannter. Der war angesichts des alten Passats anfänglich etwas skeptisch. Das hat sich auch nicht geändert nachdem wir das erste Mal von der Straße ab und in etwas tiefsandigeres Gelände sind. Nach 20 Metern war Schluss ...
Hier war ich schon das erste Mal froh, dass ich das Begleitfahrzeug hatte, natürlich hatte ich weder Spaten noch Sandbleche dabei.
Der Fahrer hat mich dann 2 Kilometer durch dieses tiefsandige Terrain gezogen, wobei es gezogen nicht ganz trifft, denn als ich die Sperren gezogen hatte, war ich auf diese fremde Hilfe gar nicht mehr angewiesen.
Das ist dem Fahrer auch nicht entgangen und so war die anfängliche Skepsis seinerseits schnell verflogen. Der hatte inzwischen sogar einen ziemlichen Spaß und hat es hervorragend verstanden, den Syncro ganz langsam und schrittweise an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu bringen. Wir sind mehrere kleiner und mittlere Dünen rauf und wieder runter ...
... und nach jeder schwierigeren Passage kam von vorne der hochgestreckte Daumen aus dem Fahrerfenster. Kollateralschäden blieben natürlich auch nicht aus

Dann hat er gemeint, ich soll mal ein Stück mit seinem Jeep fahren um zu sehen, wo die größten Unterschiede liegen. Habe ich natürlich auch gemacht.
Witzig war es auch als wir an einem Beduinencamp ankamen. Die Gesichter der Berber und der wenigen Touristen angesichts unseres ungewöhnlichen Gespannes: unbezahlbar. Er hat das auch gleich jedem erzählt, dass wir mit diesem alten Passat die Strecke ohne größere Probleme gemeistert haben.
Beim Probelauf auf die große Düne wurde dann auch ganz schnell klar, dass wir die mit dem Passat ohne weitere Modifikationen nicht überfahren sollten. Da er jedoch schon mit seinem Jeep Probleme hatte, die zu erklimmen und zwei Anläufe gebraucht hat, fand ich das jetzt nicht so tragisch.
Hier kam dann auch das Abschleppseil noch einmal zum Einsatz:
http://www.youtube.com/watch?v=KuBFJaI3 ... e=youtu.be
Also ging es auf etwas gemächlicheren Strecken über das Filmset von Star Wars bis fast an die algerische Grenze. Ohne Führer wäre ich so weit sicher nicht gefahren, denn da hat das Auswärtige Amt etwas dagegen.
Anschließend sind wir dann noch in die Oase Nefta und haben uns da umgesehen. Nachdem ich mir den linken, seitlichen Stoßstangenträger abgerissen hatte, brauchte ich sowieso ein paar Schrauben, der Kauf alleine war schon ein Erlebnis für sich. Irgendwann war dann leider die Zeit des Abschieds gekommen, nicht jedoch ohne vorher noch die Telefonnummern auszutauschen, denn der hat das so super gemacht, dass ich den das nächste Mal wieder mitnehmen möchte. Dann mit einer Übernachtung und zwei vollen Tagen.
Über den Winter gibt es jetzt jedoch erst mal Arbeit zu erledigen. Eigentlich wurden alle Schwachstellen, mit denen ich im Vorfeld gerechnet hatte, auch bestätigt. Der Syncro muss auf jeden Fall höher werden, dann brauche ich einen Unterfahrschutz (gerade bei den steilen Rampen mit Steinen an deren Enden hatte ich doch etwas Angst, mir die Ölwanne zu demolieren) und auch unten herum sollte der ein oder andere Bereich verblecht werden. Es war reines Glück, dass es bei den zahlreichen Aufsetzern nicht eine Benzin- oder Bremsleitung erwischt hat.
Bessere Reifen und größere Räder wären sicherlich auch nicht von Nachteil und dann sollte noch ein Kompressor in den Kofferraum.
Und dann kann es losgehen !
Viele Grüße,
Johannes